Mitten im grünen Hochland Sri Lankas liegt Kandy – die letzte Königsstadt, heute Kulturhauptstadt und Tor zum Zahntempel. Um den Kandy Lake scharen sich Tempel, Teehäuser und der Duft von Gewürzen und Jasmin.
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🕌 Tempel des Zahnes & spirituelle Kandy
Kandy ist das religiöse Herz Sri Lankas – und der Sri Dalada Maligawa, der Tempel des Heiligen Zahnes Buddhas, ist sein heiligstes Kleinod. In einem goldverzierten Chedi wird eine Reliquie aufbewahrt, die angeblich ein Eckzahn Buddhas enthält. Dreimal täglich finden Zeremonien (Thevava) statt, bei denen Trommeln, Beten und Räucherwerk Besucher in eine andere Welt entführen. Der Tempelkomplex mit weißen Mauern, rotem Dach und dem angrenzenden Königspalast steht seit 1988 auf der UNESCO-Welterbeliste. Kleidung sollte Schultern und Knie bedecken – Sarongs werden am Eingang ausgeliehen. Das jährliche Esala Perahera im Juli oder August ist eines der spektakulärsten Feste Asiens: zehn Nächte lang ziehen geschmückte Elefanten, Tänzer und Feuerspucker durch die Straßen. Auch außerhalb der Festzeit lohnt ein Abendspaziergang um den Kandy Lake, wenn die Tempelbeleuchtung sich im Wasser spiegelt und die Stadt in sanftes Gold taucht.
Sri Dalada Maligawa – Zahntempel
Eintritt ca. 2.000 LKR (ca. 6 EUR), offen täglich 5:30–20 Uhr. Puja-Zeremonien um 5:30, 9:30 und 18:30 Uhr – dann am lebendigsten. Schuhe ausziehen, keine Fotos im inneren Schrein. Führungen (ca. 1.500 LKR) erklären Geschichte und Rituale. Kombinierbar mit dem angrenzenden Königspalast-Museum.
Esala Perahera – Fest der Feste
Das Esala Perahera (Juli/August) ist Sri Lankas größtes religiöses Spektakel: Elefanten mit goldenen Kapen, Kandyan-Tänzer, Pechfackeln und der Zahntempel-Reliquie auf einem prächtigen Tusker. Hotels Monate im Voraus buchen! Grandstand-Tickets ab ca. 30 USD. Alternativ: kostenlos von der Straße aus – früh Platz sichern.
Bahirawakanda & Abendliche Andacht
Die 27 Meter hohe Buddha-Statue auf dem Bahirawakanda-Hügel bietet Panoramablick über Kandy – besonders bei Sonnenuntergang. Mit Tuktuk erreichbar (ca. 500 LKR). Abends zurück zum See: Störche am Ufer, Tempelglocke, betende Einheimische. Respektvolle Kleidung, leise sein am Tempelgelände.
🌿 Botanischer Garten, Tee & Hochlandnatur
Kandy liegt auf 500 Metern Höhe, umgeben von Hügeln, Regenwald und endlosen Teeplantagen – das Klima ist milder als an der Küste und perfekt für Naturausflüge. Der Königliche Botanische Garten in Peradeniya, nur 15 Minuten westlich der Stadt, ist einer der schönsten tropischen Gärten der Welt: 147 Hektar mit 4.000 Pflanzenarten, riesigen Java-Feigenbäumen, Palmenalleen und einer Orchideensammlung. Ein Spaziergang dauert leicht zwei bis drei Stunden. Die umliegenden Teeplantagen wie Geragama, Hantane oder die Fabriken entlang der Straße nach Nuwara Eliya bieten Führungen und Verkostungen – Ceylon-Tee direkt vom Feld in die Tasse. Der Udawattakele Forest Reserve hinter dem Zahntempel ist ein stadtnaher Regenwald mit Affen, Vögeln und Wanderwegen. Wer mehr will, fährt in die Knuckles Range – ein UNESCO-Welterbe mit spektakulären Trekkingtouren durch Nebelwälder und Wasserfälle. Kandy ist der ideale Zwischenstopp auf jeder Sri-Lanka-Rundreise zwischen Küste und Bergregion.
Botanischer Garten Peradeniya
Täglich 7:30–17 Uhr, Eintritt ca. 3.000 LKR. Highlights: Great Lawn mit Java-Feige, Avenue of Royal Palms, Orchideenhaus, Suspension Bridge. Mit dem Tuktuk von Kandy (ca. 30 Min., 800–1.000 LKR). Früh kommen, weniger heiß. Picknick erlaubt. Kombinierbar mit Ceylon Tea Museum in Hantane.
Teeplantagen & Fabrikbesuch
Geragama Tea Factory oder Blue Field Tea Factory: Führung durch Trocknung, Rollen, Fermentieren – Verkostung inklusive (oft kostenlos oder Trinkgeld). Tee frisch kaufen (günstiger als im Souvenirshop). Halbtagesausflug mit Fahrer (ca. 30–40 USD). Beste Ernte: Januar–März und Juli–August.
Knuckles Range – Trekking
Knuckles Conservation Forest: Tageswanderungen ab ca. 40 USD mit Guide (Pflicht in manchen Zonen). Wasserfälle, Nebelwald, seltene Vögel. Anspruchsvoll, gute Kondition nötig. Start oft in Pitawala oder Deanston. Regenjacke mitnehmen – Wetter wechselt schnell. Übernachtung in Eco-Lodges möglich.
🏛️ Königspalast, Kulturshow & koloniales Erbe
Kandy war bis 1815 die letzte Hauptstadt des singhalesischen Königreichs, bevor die Briten die Stadt eroberten – und dieser königliche Glanz ist noch heute spürbar. Der ehemalige Königspalast im Zahntempel-Komplex beherbergt heute ein Museum mit königlichen Artefakten, Waffen, Thronen und historischen Gemälden. Die Audience Hall mit ihren kunstvoll geschnitzten Holzsäulen ist ein Meisterwerk singhalesischer Handwerkskunst. Täglich um 17 Uhr findet im Kandyan Art Association & Cultural Centre eine traditionelle Kulturshow statt: Kandyan-Tanz mit prächtigen Kostümen, Feuertanz und Trommelensembles – touristisch, aber authentisch genug, um die Kunstform kennenzulernen (Eintritt ca. 1.500 LKR). Das National Museum of Kandy in einem ehemaligen Königspalast-Gebäude dokumentiert die Stadtgeschichte. Die koloniale Architektur am See – Queen's Hotel, alte Verwaltungsgebäude – erzählt von der britischen Ära. Kandy ist kompakt und fußläufig erkundbar, aber Tuktuks (ca. 200–400 LKR innerhalb der Stadt) sind praktisch und Teil des lokalen Erlebnisses.
Kandyan Cultural Show
Täglich 17 Uhr im Kandyan Art Association (nahe Zahntempel), Dauer ca. 1 Stunde. Kandyan-Tanz, Ves-Tanz (mit Feuer), Raban-Spiel. Tickets vor Ort oder über Hotel (ca. 1.500 LKR). Danach direkt zur Tempel-Puja um 18:30 – perfektes Timing. Fotos erlaubt, Applaus willkommen.
Königspalast-Museum & Audience Hall
Im Zahntempel-Komplex, Ticket oft im Tempel-Eintritt enthalten oder separat ca. 1.000 LKR. Audience Hall: 64 geschnitzte Holzsäulen, offene Architektur. Museum: königliche Kleidung, Waffen, alte Fotografien. 45–60 Minuten reichen. Führung empfohlen für historischen Kontext.
Queen's Hotel & koloniales Kandy
Das Queen's Hotel am Seeufer (seit 1841) ist ein Wahrzeichen – auch ohne Übernachtung lohnt ein Drink auf der Veranda mit Blick auf den See. Koloniale Architektur rund um den See erkunden: Old Parliament Building, British Garrison Cemetery. Abendlicher Spaziergang am Kandy Lake: ca. 3 km Rundweg.
🍽️ Curry, Märkte & sri-lankische Küche
Die Küche in Kandy ist authentisch sri-lankisch – weniger touristisch als an der Küste, dafür voller Aromen und Gewürze. Rice and Curry ist das tägliche Ritual: Basmati-Reis mit drei bis fünf Currys (Dhal, Gemüse, Fisch oder Huhn), Sambol (scharfe Kokos-Chutney) und Papadam. In kleinen Restaurants und Guesthouse-Küchen schmeckt es am ehrlichsten – oft für 500–800 LKR pro Person. Kottu Roti, gehacktes Fladenbrot mit Gemüse und Fleisch auf der Platte gebraten, ist Streetfood-Kult – besonders abends am Kandy Markt. Hoppers (fermentierte Reismehl-Pfannkuchen) zum Frühstück, String Hoppers zum Abendessen. Frische Früchte überall: Mango, Papaya, Jackfrucht, Rambutan. Der Kandy Markt (Kandy City Center und zentraler Markt) ist ein Fest für die Sinne: Gewürze, Tee, handgewebte Stoffe und Holzschnitzereien. Vegane und vegetarische Optionen sind dank buddhistischer Tradition überall verfügbar. Trinken: Ceylon-Tee natürlich, aber auch King Coconut (thambili) direkt von der Straße.
Rice & Curry – authentisch essen
Empfehlung: Balaji Dosai (südindisch-sri-lankisch, vegetarisch), Slightly Chilled Lounge (international-lokal) oder kleine Lokantas am Markt. Rice & Curry Mittagsmenü ca. 500–1.000 LKR. Mit den Händen essen ist ok – oder Löffel nutzen. Scharfes Sambol vorsichtig probieren! Reservierung abends in beliebten Restaurants sinnvoll.
Kandy Markt & Streetfood
Zentraler Markt: Gemüse, Gewürze, Tee, Textilien – morgens am lebendigsten. Kottu-Stände abends in der DS Senanayake Veediya. Verhandeln bei Souvenirs üblich (50–70 % des Startpreises). Qualität von Gewürzen und Tee oft besser als in Touristenshops. Bargeld mitnehmen – viele Stände ohne Karte.
Teeverkostung & Kochkurs
Tea Tour mit Verkostung in Geragama oder Hantane (ca. 15–25 USD). Kochkurse in Guesthouses: Currypulver selbst mahlen, Kokosmilch pressen – oft halbtags (ca. 30–50 USD). Souvenir: Ceylon Broken Orange Pekoe oder Silver Tips. Tee im Hotel ist meist Dilmah oder local brand – im Laden günstiger kaufen.
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Dezember bis März ist ideal: Trockenzeit, 22–28 °C, wenig Regen – perfekt für Tempel und Wanderungen. April bis September: Monsun mit Nachmittagsregen, aber grün und weniger Touristen. Juli/August: Esala Perahera – spektakulär, aber Hotels teuer und voll. Kandy ist dank Höhenlage ganzjährig angenehmer als die Küste.
Zug von Colombo Fort: ca. 2,5–3,5 Stunden, landschaftlich wunderschön (1. Klasse ca. 500 LKR, 2. Klasse ca. 250 LKR). Bus: ca. 3 Stunden, günstiger aber weniger komfortabel. Privattransfer oder Fahrer: ca. 60–80 USD, 3 Stunden. Von Bandaranaike Airport: ca. 3,5 Stunden mit Fahrer – empfohlen bei Ankunft.
Minimum 2 Tage: Tag 1 Zahntempel, See, Kulturshow. Tag 2 Botanischer Garten und Teeplantage. Mit 3 Tagen: Knuckles Trekking oder Pinnawala Elefanten-Orphanage (Halbtagesausflug). Kandy ist Zwischenstopp auf der klassischen Rundreise Colombo–Kandy–Nuwara Eliya–Ella–Südküste.
Schultern und Knie bedecken – Sarongs am Eingang erhältlich. Schuhe und Hüte vor dem Betreten ablegen. Keine Fotos im inneren Reliquien-Schrein. Respektvoll und leise verhalten. Frauen während der Menstruation haben traditionell keinen Zutritt zum inneren Schrein. Opfergaben (Blumen) können gekauft werden.