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Urlaub in Bukarest

Einst 'Paris des Ostens', heute Osteuropas günstigste Metropole mit pulsierendem Nachtleben, Belle-Époque-Fassaden und dem zweitgrößten Verwaltungsgebäude der Welt – Bukarest überrascht jeden.

🏙️ Stadt 🏺 Geschichte 🍽️ Kulinarik 🎭 Nightlife 🏛️ Kultur ✨ Luxus
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Urlaub in Bukarest – Parlamentspalast und Calea Victoriei bei Sonnenuntergang | Travelviser
✈️
Flugzeit
ca. 2,5–3 Std.
🗓️
Beste Zeit
Apr.–Jun., Sep.–Okt.
🌡️
Sommer
25–35 °C
❄️
Winter
−5 – 3 °C
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Währung
Rumänischer Leu (RON)
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Sprache
Rumänisch

🗺️ Bukarest erkunden

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🏛️ Geschichte & Architektur – Paris des Ostens und Ceaușescus Erbe

Bukarest trägt zwei Gesichter, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Das erste: Belle-Époque-Architektur aus der Zwischenkriegszeit, als Bukarest als 'Kleines Paris' oder 'Paris des Ostens' bekannt war – breite Boulevards wie die Calea Victoriei, opulente Jugendstil-Fassaden, das Rumänische Athenäum (eines der schönsten Konzerthäuser Europas) und elegante Patrizierhäuser. Das zweite Gesicht: die Architektur des Kommunismus unter Nicolae Ceaușescu, der ab 1977 große Teile der Altstadt abreißen ließ, um eine 'sozialistischen Hauptstadt' zu bauen. Sein Meisterstück: der Parlamentspalast (Palatul Parlamentului), das zweitgrößte Verwaltungsgebäude der Welt nach dem Pentagon – 340.000 m² Nutzfläche, 1.100 Zimmer, 12 Stockwerke, aus 1 Million m³ Marmor gebaut, während das Land hungerte. Heute ist er per Führung zu besichtigen. Die Calea Victoriei ist Bukarests schönste Straße: Museen, Paläste, Cafés und Luxusboutiquen auf 3 km. Der Arcul de Triumf, dem Pariser Original nachempfunden, steht am Ende der Bulevard Kiseleff. Bukarests Geschichte ist eine von Glanz und Zerstörung – und gerade diese Spannung macht die Stadt so faszinierend.

Parlamentspalast – Ceaușescus Megalomanie
Führungen täglich (ca. 35 RON, ca. 7 €, 1 Stunde). Vorab online buchen. Der Bau begann 1984 und ist bis heute nicht vollständig fertiggestellt. Superlative: 1.100 Zimmer, 4 U-Bahn-Linien führen ins Untergeschoss, 7 km Draperien, alle aus rumänischer Produktion. Abends beleuchtet – einer der eindrucksvollsten Bauten Osteuropas, trotz seiner düsteren Geschichte.
Rumänisches Athenäum & Calea Victoriei – Historische Eleganz
Das Rumänische Athenäum (1888) ist Bukarests schönstes Gebäude: Neoklassizistische Kuppelrotunde, täglich geöffnet für Führungen (ca. 15 RON). Philharmonie-Konzerte ab ca. 50 RON. Calea Victoriei daneben: National Museum of Romanian Art, Cotroceni-Palast, CEC-Bank (Jugendstilgebäude) und Cafés in alten Palästen. Schönster Spaziergang der Stadt.

🍸 Altstadt & Nightlife – Osteuropas Partyhauptstadt

Bukarest hat eines der lebendigsten Nachtleben Osteuropas – und das zu Preisen, die westeuropäischen Reisenden das Staunen lehren. Ein Cocktail kostet 20–30 RON (4–6 €), ein Bier 10–15 RON, ein gutes Abendessen 80–150 RON (16–30 €). Das Centrul Vechi (Alte Stadtmitte) ist Bukarests Ausgehviertel: Kopfsteinpflaster, historische Fassaden und Bars und Restaurants so dicht an dicht, dass die Gassen abends kaum zu durchqueren sind. Strada Gabroveni, Strada Covaci und Piața Universității sind die Zentren. Control Club, Expirat und Quantic gehören zu den renommiertesten Clubs Osteuropas mit internationalen DJs für Electronic Music. Das Floreasca-Viertel ist das Trendviertel der Neuzeit: Cafés, Restaurants und Bars für das anspruchsvollere Publikum. Cismigiu-Park abends für eine Sommerband-Atmosphäre. Bukarests Nachtleben beginnt spät (Clubs füllen sich erst nach Mitternacht) und dauert bis in den frühen Morgen. Wer Kultur sucht: Teatrul Odeon und Teatrul Național sind internationales Niveau zu Preisen ab 30 RON. Jazz im Green Hours (24/7 offen, Bukarests kultigste Bar).

Centrul Vechi – Altstadt zwischen Barock & Beats
Abends im Centrul Vechi: Dinner in einem der Restaurants auf der Strada Gabroveni, dann Café und Bar-Hopping. Caru' cu Bere (1879) ist Bukarests prächtigstes Bierrestaurant: Neogotische Glasfenster, rumänische Küche, in einem historischen Gebäude für 30–60 RON pro Person. Für Clubs: Expirat und Quantic ab Mitternacht für Techno und Indie.
Herăstrău-Park & Dorfmuseum – Bukarests grüne Lunge
Herăstrău (König-Mihai-I.-Park) ist der größte Park Bukarests: See mit Bootsverleih, Restaurants an der Seepromenade, Open-Air-Kino im Sommer. Daneben: Muzeul Satului (Volkskunstmuseum) – über 250 authentische Holzhäuser, Mühlen und Kirchen aus ganz Rumänien auf einem Freigelände (Eintritt ca. 30 RON). Eines der besten Freilichtmuseen Europas.

🍽️ Rumänische Küche – Herzhaft, günstig & überraschend gut

Rumänische Küche ist in Westeuropa kaum bekannt – zu Unrecht. Sie ist eine Küche der Aromen und der Hausmannskost, beeinflusst von türkischer, slawischer, griechischer und mitteleuropäischer Küche. Das bekannteste Gericht: Sarmale (gefüllte Kohlrouladen mit Hackfleisch und Reis, in Tomatensauce geschmort) – Rumäniens Nationalgericht, serviert mit Sauerrahm und Maisbrei (Mămăligă). Mămăligă ist Rumäniens Polenta: Maisbrei als Beilage, gegrillt, mit Käse oder als Basis für Fleischgerichte. Mici (oder Mititei) sind gegrillte Hackfleischwürstchen ohne Hülle, gewürzt mit Knoblauch und Kümmel – das Straßenessen Rumäniens, billiger und besser als ein Hotdog je sein wird. Ciorba – saure Suppen – sind der täglich Einstieg: Ciorba de burtă (Kuttelnsuppe), Ciorba de perișoare (Hackbällchensuppe). Rumänischer Wein ist deutlich besser als bekannt: Weinregionen wie Dealu Mare (Cabernet Sauvignon, Merlot), Murfatlar (Chardonnay, Spätlese-Style) und Cotnari (Weißwein, süß und aromatisch). Bukarest hat auch eine gut wachsende Fine-Dining-Szene: Lacrimi și Sfinți ist Rumäniens mutigstes kreatives Restaurant, Vatra vereint moderne Interpretation mit rumänischen Produkten.

Caru' cu Bere & Sarmale – Rumänische Klassiker
Caru' cu Bere (Strada Stavropoleos 5): Prächtigstes Restaurant Bukarests in einem Jugendstil-Bierpalast von 1879. Sarmale, Mămăligă, Mici und rumänisches Bier für 40–70 RON pro Person. Reservierung abends empfohlen. Für günstigere Sarmale: Vatra Restaurant oder lokale Cantine (Kantinen) im Zentrum, 20–30 RON für ein Mittagsmenü.
Mici & Streetfood – Rumäniens günstige Küche
Mici (die kleinen Hackfleischwürstchen): Șubtilă, in jedem Schnellrestaurant, 5–8 RON pro Stück, dazu Senf und frisches Brot. Bester Markt: Piața Obor für echte rumänische Marktkultur. Trandafirul Alb für beste Hausmannskost im Zentrum. Für Fine Dining: Lacrimi și Sfinți (Rezervierung erforderlich, ca. 200–350 RON Degustationsmenü).

🏰 Transsilvanien & Drakulas Schloss – Ausflüge von Bukarest

Bukarest ist das Tor zu Rumäniens spektakulärstem Reiseziel: Transsilvanien. Die Region nördlich der Karpaten ist so außergewöhnlich – mittelalterliche Städte, wehrhafte Kirchenburgen, Bärenpopulationen im Wildgehege und der Mythos Dracula – dass viele Reisende Bukarest nur als Ausgangspunkt nutzen. Bran Castle (Drakulas Burg, 2,5 Std. von Bukarest): Das reale Schloss, das Bram Stoker als Vorlage für Draculas Burg in seinem Roman diente, liegt auf einem Felsen bei Braşov. Historisch war Vlad III. Dracul (Vlad der Pfähler, Fürst der Walachei, 15. Jahrhundert) nie Bewohner – aber die Verbindung zieht jährlich Millionen Besucher. Braşov selbst (2 Std. von Bukarest, per Zug oder Bus) ist die schönste Stadt Transsilvaniens: mittelalterliche Stadtmauer, Schwarze Kirche (die größte gotische Kirche Rumäniens), Marktplatz und eine Fußgängerzone, die an Bern oder Freiburg erinnert. Sinaia (1,5 Std.): Das rumänische Königsschloss Peleș, eines der schönsten Schlösser Europas, mit Neo-Renaissance-Fassade und den prunkvollsten Innenräumen des Balkans. Für Naturfreunde: Carpathian Brown Bears in Zărnești (täglich Bären-Beobachtung im Wildgehege).

Bran & Braşov – Drakulas Burg & Mittelalterstadt
Braşov per Zug ab Gara de Nord (2 Std., ca. 25 RON): Mittelalterliche Altstadt, Schwarze Kirche, Bürgermeisterhaus am Marktplatz. Von Braşov nach Bran Castle (35 Min. Bus, ca. 5 RON): Bran-Schloss (Eintritt ca. 45 RON). Beste Kombination: Früh per Zug nach Braşov, Mittagessen, nachmittags Bran, zurück Abendbus nach Bukarest.
Schloss Peleș – Rumäniens schönstes Königsschloss
Peleș-Schloss in Sinaia (1,5 Std. per Zug, ca. 20 RON): Neo-Renaissance-Schloss der rumänischen Königsfamilie (1883), mit 160 Zimmern in verschiedenen Stilen (türkisch, arabisch, florentin). Führungen täglich außer dienstags (Eintritt ca. 30 RON). Sinaia daneben hat einen schönen Kurpark und Bergbahn auf den Bucegi-Gebirgskamm für Wanderungen.

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Häufige Fragen zu Bukarest

Bukarest ist eines der günstigsten Reiseziele Europas. Preise für Mittagsmenü: 30–50 RON (6–10 €). Abendessen mit Getränken: 80–150 RON (16–30 €). Bier im Bar: 10–15 RON (2–3 €). Cocktail: 20–35 RON (4–7 €). Metros-Fahrt: 3 RON (0,60 €). Hotels: Budget-Guesthouses ab 100 RON (20 €), gute Mittelklasse ab 200 RON (40 €). Mit 80–120 € pro Tag reist man in Bukarest sehr komfortabel.
April bis Juni: Temperaturen 15–25 °C, Blütezeit im Herăstrău-Park, alle Terrassen offen, angenehm ohne Sommerhitze. September bis Oktober: Herbstlaub, milde Temperaturen 12–22 °C, wenige Touristen. Sommer (Juli/August): Heiß bis 35 °C, einige Einheimische verlassen die Stadt für die Küste (Constanța/Mamaia). Winter (November bis März): Kalt (bis −15 °C), aber Bukarests Weihnachtsmarkt am Herăstrău-Park ist einer der schönsten Rumäniens.
War es – und Spuren davon sind noch überall. Die Calea Victoriei mit ihren Gründerzeit-Fassaden, das Rumänische Athenäum, der Arc de Triomphe und die breiten Boulevards des 19. und frühen 20. Jahrhunderts rechtfertigen den Spitznamen. Ceaușescu ließ dann in den 1980ern große Teile der historischen Altstadt für den Parlamentspalast und das Bulevard Unirii abreißen. Was übrig blieb, ist Kulisse und Trümmer zugleich – aber die Schönheit der erhaltenen Belle-Époque-Achsen ist real.
Constanța und Mamaia (Schwarzmeerküste, 2,5 Std. per Zug): Rumäniens bekanntester Badeort, mit Kasino aus dem 19. Jahrhundert direkt am Meer (heute Museum). Nur im Sommer lohnenswert. Snagov (45 Min. per Bus): Kloster auf einer Seeinsel, angebliches Grab Vlad Draculs (umstritten, aber gute Tagesausflug-Atmosphäre). Curtea de Argeș (2 Std.): Bischofskathedrale, Grabstätte der rumänischen Könige, mittelalterliche Hauptstadt der Walachei.