Gegründet von Alexander dem Großen, einst Zentrum der antiken Welt und heute Ägyptens zweitgrößte Stadt am Mittelmeer – Alexandrien überrascht mit Bibliotheca Alexandrina, der Festung Qaitbay auf den Fundamenten des Pharos und einer kilometerlangen Corniche voller Cafés und Meerblick. Ob Katakomben von Kom el Shoqafa, königlicher Montaza-Palast oder frischer Fisch am Hafen: Hier findest du Hotels, Ausflüge und Praxis-Tipps für deinen Besuch am Nildelta.
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🏛️ Geschichte & Antike – Von Alexander bis heute
Alexandrien wurde 331 v. Chr. von Alexander dem Großen gegründet und wurde zur bedeutendsten Stadt der hellenistischen Welt: Heimat des berühmten Leuchtturms Pharos, des Musaeums und der antiken Bibliothek, die einst das größte Wissen der Menschheit barg. Heute erinnern nur noch wenige Bauwerke an diese Glanzzeit – der größte Teil der antiken Stadt liegt unter dem modernen Alexandria im Meer und im Boden. Die Pompeys Säule, ein 27 Meter hoher Granitmonolith aus dem 3. Jahrhundert, und die Katakomben von Kom el Shoqafa zeigen die Verbindung von ägyptischer, griechischer und römischer Kultur. Die moderne Bibliotheca Alexandrina, 2002 eröffnet, setzt ein bewusstes Zeichen der Kontinuität: Architektur, Museen und Forschungszentren machen sie zum Herzstück jedes Besuchs. Wer Alexandrien verstehen will, sollte antike Spuren und moderne Identität zusammen erleben.
Bibliotheca Alexandrina
Moderne Nachfolgerin der antiken Bibliothek, eröffnet 2002. Architektur, Museen, Planetarium. Eintritt ca. 70 EGP. Führungen auf Englisch. Di–So geöffnet, früh kommen.
Katakomben Kom el Shoqafa
Graeco-römische Grabanlage aus dem 2. Jh. n. Chr. Eintritt ca. 80 EGP. 3 Ebenen, Spiral-Treppe. UNESCO-Vorläufer. 15 Min. Taxi vom Zentrum. Kombi mit Pompeys Säule.
Pompeys Säule
27 m Granitsäule, einzige erhaltene Säule eines Tempels. Kostenloser Außenbereich. Daneben Serapäum-Ruinen. 10 Min. von den Katakomben. Gute Foto-Location.
Die Zitadelle Qaitbay thront auf den Fundamenten des antiken Pharos-Leuchtturms am östlichen Hafen – eine im 15. Jahrhundert erbaute Festung mit Meerblick, Museum und Bootsanleger. Von hier aus öffnet sich die Corniche, Alexandriens lebendige Uferpromenade: Kilometerlang schlängelt sie sich am Mittelmeer entlang, gesäumt von Cafés, Restaurants und Blick auf den Hafen. Im Osten liegt der Montaza-Palast, Sommerresidenz der königlichen Familie: weitläufige Gärten, Palmenalleen und ein kleiner Privatstrand – ein ruhiger Kontrast zum geschäftigen Zentrum. Das Nationalmuseum in einem restaurierten Palast zeigt Artefakte von der Pharaonenzeit bis zur modernen Geschichte. Für Taucher und Geschichtsinteressierte lohnt sich eine Info-Tour zu den Unterwasser-Ruinen im Ost-Hafen – organisierte Tauchgänge sind begrenzt verfügbar.
Zitadelle Qaitbay
Festung auf Pharos-Fundamenten. Eintritt ca. 60 EGP. Meerblick, kleines Museum. Bootstouren ab Hafen. Beste Zeit: spätnachmittags für Licht und weniger Hitze.
Corniche & Hafen
Kilometerlange Promenade mit Cafés und Meerblick. Abends belebt. Stanley Bridge als Wahrzeichen. Fischrestaurants am Hafen. Spaziergang bei Sonnenuntergang empfohlen.
Montaza-Palast & Gärten
Königliche Sommerresidenz mit Palmen-Gärten. Eintritt Gärten ca. 25 EGP. Ruhiger als Stadtzentrum. Strand im Palastbereich. 20 Min. Taxi vom Zentrum.
🍽️ Essen & Leben – Fisch, Tee und mediterranes Flair
Alexandrien hat eine eigene kulinarische Identität, die sich vom Rest Ägyptens unterscheidet: mediterran geprägt, mit starkem Fokus auf frischen Fisch und Meeresfrüchte. Am Hafen und entlang der Corniche servieren Restaurants gegrillten Fisch, Kalamari und Sayadeya – ein Reisgericht mit Fisch und Zwiebeln, das als Stadt-Spezialität gilt. Die Kaffeehauskultur ist tief verwurzelt: Tee mit Minze in kleinen Gläsern und starkem arabischer Kaffee in traditionellen Cafés gehören zum Alltag. Im Stadtteil Moharam Bey und am Fleamarkt finden sich Street-Food-Stände mit Falafel, Ful Medames und frischem Brot. Im Sommer ziehen viele Alexandriner an die Strände von Maamoura und Agami westlich der Stadt – auch für Besucher ein Einblick in lokales Freizeitleben. Preise sind günstiger als in europäischen Mittelmeerstädten.
Fisch am Hafen
Frischer Fang direkt am Hafen. Sayadeya und gegrillter Fisch ab 150 EGP. Abends am lebhaftesten. Verhandeln bei Fisch-Auswahl üblich. Beste Qualität vormittags.
Kaffeehaus-Kultur
Traditionelle Cafés mit Minztee und Shisha. Stadtteil Anfushi historisch. Günstig: Tee ab 10 EGP. Kultur-Erlebnis abseits der Touristenpfade.
Strände Maamoura & Agami
Westlich der Stadt, beliebt bei Einheimischen. Öffentliche Strände, Cafés am Sand. Im Sommer voll, im Winter ruhig. Taxi ab 50 EGP vom Zentrum.
Alexandrien hat einen eigenen Flughafen (HBE), der vor allem Inlandsflüge und regionale Verbindungen bedient – die meisten internationalen Reisenden fliegen nach Kairo (CAI) und nehmen den Zug oder Bus nach Alexandria: die Fahrt dauert etwa zwei bis drei Stunden. Direktflüge ab Deutschland nach Kairo dauern rund vier bis fünf Stunden. In der Stadt sind Taxis günstig, Uber und Careem funktionieren zuverlässig. Hotels konzentrieren sich an der Corniche und im Zentrum – von einfachen Gästehäusern bis zu historischen Kolonialhotels. Alexandrien eignet sich als Ergänzung zu Kairo, Luxor oder einer Nilkreuzfahrt, weniger als reines Strandziel. Die beste Reisezeit ist Oktober bis April, wenn Temperaturen mild sind. Im Sommer wird es feucht-heiß, aber die Stadt lebt dann am Strand.
Anreise über Kairo
Flug nach CAI, Zug oder Bus nach Alexandria (2–3 Std.). Bahn ab Ramses-Station. Tickets vor Ort oder online. Alternativ: Inlandsflug HBE. Visum bei Ankunft ca. 25 USD.
Kombi mit Kairo & Nil
2–3 Tage Alexandria plus 3–4 Tage Kairo klassische Route. Pyramiden, Museum, dann Küste. Nilkreuzfahrt ab Luxor als Verlängerung. Interne Flüge günstig.
Budget & Spartipps
Hotels ab 30 €/Nacht. Essen günstig: 5–10 € pro Mahlzeit. Taxis kurze Strecken unter 2 €. Eintritte insgesamt unter 20 €/Tag. Trinkgeld 10 % üblich.
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Oktober bis April ist ideal – Temperaturen liegen bei 15 bis 25 Grad, ideal für Stadtbesichtigungen. Der Sommer ist feucht-heiß, aber Strand und Meer locken. Ramadan kann Öffnungszeiten beeinflussen – vor der Reise prüfen.
Alexandrien lohnt sich am besten als Ergänzung zu Kairo oder einer Ägypten-Rundreise. Zwei bis drei Tage reichen für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Als reines Strandziel ist der Hurghada-Rotes-Meer-Bereich besser geeignet.
Die Bibliotheca Alexandrina, die Zitadelle Qaitbay und die Katakomben von Kom el Shoqafa gehören zu den Pflicht-Stopps. Dazu ein Spaziergang entlang der Corniche und optional der Montaza-Palast mit seinen Gärten.
Ägypten ist insgesamt günstig: Hotels ab 30 Euro pro Nacht, Essen 5 bis 15 Euro pro Mahlzeit. Eintritte zu Sehenswürdigkeiten kosten zusammen etwa 15 bis 20 Euro pro Tag. Kombi mit Kairo ab 600 Euro für eine Woche inklusive Flug.